Ganzheitsmedizin
Die Ganzheitsmedizin nimmt auf der ganzen Welt, so auch in unserer Klinik, immer mehr an Bedeutung zu.
Man erkennt, dass der besserer Weg darin liegt, zu versuchen Mensch wie Tier (in unserem Fall beide) in Ihrer Gesamtheit zu beurteilen um die krankheitserregenden Störungen zu erfassen und zu regulieren bzw. zu heilen.
Diese Störungen können auf körperlicher, geistiger und/oder seelischer Ebene liegen. Das Maß an psychosomatischen bzw. somatopsychischen Störungen und Erkrankungen ist wesentlich höher als man landläufig annimmt. In jedem Falle erfasst und beeinträchtigt eine Störung alle drei Ebenen und es kommen nun, nachdem es im Organismus keine Einbahnen gibt sondern nur Kreisverkehre, wiederum „kranke“ bzw. veränderte Signale zurück und so weiter und so fort…und so wird aus einer Mücke möglicherweise doch ein Elefant…
Die seelische Gesundheit eines Haustieres hängt in hohem Maße von seiner Beziehung zu seinem (seinen) Menschen ab. Störungen im familiären Umfeld treffen unsere Mittiere in einem hohen Ausmaß. Ein Grund mehr die Beziehung zu unseren Tieren liebe- und verständnisvoll zu gestalten.
Das Symptom, als Zugang zur Erkrankung bzw. zum Patienten, soll zwar bei der ganzheitlichen Therapie auch besser werden, fungiert aber oft als Gradmesser für die Verbesserung, wenn man die dahinter steckende Grundkrankheit bzw. Störung erkennt und ausgleichen kann.
Das soll nicht bedeuten, dass wir uns von der vertrauten Schulmedizin abwenden – nein! Sie ist unser alter Partner, der aber sehr viel feiner und dosierter eingesetzt wird. So haben die Behandlungen mit Antibiotika in den letzten Jahren drastisch abgenommen. Wo es aber angezeigt ist und deutliche Hin- oder Beweise für eine Infektion vorliegen, werden sie angewendet – aber auch nicht öfter! Die Ganzheitsmedizin ist hier auch ein guter Lehrer der uns eben hilft mit den schulmedizinischen Medikamenten sehr verantwortungsvoll und vorsichtig umzugehen.
Noch ein Wort zum „verdammten“ Cortison:
Cortison hat seine absolute Berechtigung bei Notfalls- und Schockpatienten, bei akuten hochgradigen Entzündungen z.B. im zentralen Nervensystem – aber dann ist es auch schon aus. Cortisone als Dauergabe sind Gift und versetzen den Körper in eine stoffwechselblockierte und immunschwache Reaktionslage. Absolut unnotwendig. Denn gerade bei den chronischen Patienten, denn schulmedizinisch austherapierten Patienten hat die Ganzheitsmedizin ihre größten Erfolge.
Dazu muss der Körper vorerst entgiftet und in eine Situation gebracht werden, in der er wieder reagieren kann – als Sinnbild: „Der Patient spürt sich wieder!“…Das kann vorübergehend zu einem Aufflammen der Symptomatik führen und wir können ihr besser begegnen.
So können wir heuten in unserer Klinik den Patienten mit einem breiten Spektrum ganzheitlicher Methoden dienen und für ihn eine individuelle Therapie entwickeln.
Das wir dazu die Möglichkeit haben, verdanken wir unseren Lehrern und Pionieren, die sich zu Ihrer Zeit „ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt haben“ – sich also sehr weit vorwagten um diese Methoden in die Veterinärmedizin einzuführen. Diesen Weg fortzusetzen erfüllt uns mit Freude und Stolz:
Erwähnen möchten ich hier:
VR aProf.Dr.med.vet. Oswald Kothbauer (Ö)
VR Dr.med.vet. Ferdinand Brunner (Ö)
Dr.med.vet. Andreas Zohmann (Ö)
Dr.phil. und HP Rosina Sonnenschmid (D)
Prof. Wilhelm Ludwig (D)
Dr. Anke Domberg (D)
Dr. Uwe Petermann (D)
Dr. Åre Thoresen (NO)
Ohne Ihre Pionier- und Forschungstätigkeit wären so viele Entwicklungen in Österreich, Europa und eigentlich in der ganzen westlichen Veterinärwelt nicht möglich gewesen.
Schon mit Gründung unserer Klinik 1993 haben wir die Akupunktur und Neuraltherapie routinemäßig in der Ambulanz, speziell in der Abteilung „1. Schmerzambulanz für Hunde und Katzen“ eingesetzt.
Durch die unermüdliche Tätigkeit meiner Frau Elisabeth, die seit einigen Jahren in der Klinik als Tierärztin arbeitet, kamen nach und nach auch die Bioresonanz, Bachblütentherapie, Schüssler-Salze, Tierkinesiologie und schließlich die Homöopathie zum Einsatz.
So haben wir diese Fächer im der Abteilung „tierheilzentrum“ zusammengefasst um auch nach außen hin die Wichtigkeit und Stellenwert der ganzheitlichen Tiermedizin zu zeigen.
Das war anfangs ein Tanz auf dünnem Eis – ist aber längst in die Routine eingegangen und hilft uns tagtäglich nebenwirkungsarm bis nebenwirkungsfrei unseren Patienten zu helfen.
Es ist uns ein Anliegen und nur so kann die Ganzheitsmedizin funktionieren, die Mensch-Tier-Beziehung in die Betrachtung bzw. Befundung mit auf zunehmen. Manchmal dauert es auch ein wenig länger bis man „an des Pudels Kern“ herankommt – aber es lohnt sich alle mal, das Übel an seiner Wurzel zu packen und dem Tier durch Stimulierung seiner Selbstheilungskräfte zu helfen.
Schönes Beispiel: „Erbrechen“
Wir können nun schulmedizinisch das Erbrechen unterdrücken, den Magensaft regulieren – hilft in vielen Fällen, wenn eine Gastritis zugrunde liegt.
Erbrechen kann aber auch ein segmentales Problem sein, das aus dem Magensegment der Wirbelsäule ausgeht („Mir tut die Wirbelsäule so weh, dass mir schon schlecht ist!“) – dann ist nix mit Antiemetikum und Magensäurehemmern. Dann hilft auch kein Schmerzmittel, denn das würde den Magen erst recht belasten. Also Akupunktur oder Neuraltherapie – auch Magnetfeld oder manuelle Therapie können helfen.
Erbrechen kann aber auch ein äußerliches Symptom für eine bedeutende psychische Belastung darstellen. Durch intensive Gespräche mit den Besitzern kann in vielen Fällen die Ursache (z. B. Verlust eines tierischen oder menschlichen Partners, etc.) erkannt und therapieren werden. Hier kommen mit gutem Erfolg Bachblüten zum Einsatz, man kann dieses Problem auch mit Akupunktur angehen oder beides kombinieren. Auch ein neuer Gefährte für Hund, Katze oder Kaninchen wirkt förderlich in der Trauerarbeit. Sollte die psychosomatische Magenstörung nun auch zu einer chronischen Gastritis geführt haben kann der Einsatz von einem schulmedizinischen Antazidums (Magensäurehemmer) nicht schaden. Sie sehen schon – eine ganzheitliche Angelegenheit!...
Ganzheitsmedizin bedeutet für uns aber auch in den letzten Stunden dazu sein. Den Sterbeprozeß zu begleiten und erträglich zu machen, ist nicht eine Sache von Schmerzmitteln sondern den Eintritt in die Sterbephasen akzeptieren, zu helfen ein Hinüberschlafen zu ermöglichen.
Die ganzheitliche Betrachtung wäre nicht so umfangreich und gründlich würden wir nicht auch das Thema „Ernährung“ besprechen.
Um den Körper der Tiere gesund zu erhalten braucht es ein gesundes Futter. Der alte Spruch der Ernährungswissenschaftler: „Was Du täglich zu Dir nimmst macht Dich entweder gesund oder krank!“ ist Leitmotiv dieser Betrachtung. Sokrates, ein Stück weit vor Christus in der Zeitrechnung, sagte schon: „Die Nahrung sei Deine Medizin!“.
Gesunde Ernährung ist ein hoher Anspruch – den Sie ganz bestimmt nicht in einer Packung Trockenfutter zu finden oder in minderwertigen billigen Dosen im Supermarkt. Was kann in einer Dose Katzenfutter oder einem Sack hochkonserviertem Trockenfutter für den Hund stecken, wenn vielleicht ¾ seines Wertes aus Werbekosten besteht?
Was sagt uns der Hausverstand? ...?? Richtig, es kann sich um keine artgerechte Vollwertkost handeln.
VOLLWERTKOST heißt:
- chemiefrei und artgerecht
- hohe Rohstoffqualität
- frei von chemischen Zusätzen
- frei von Lock- und Farbstoffen
- frei von Konservierungsmittel
- frei von Geschmacksverstärkern
- frei von Quellstoffen, Füllstoffen etc.
- Herstellung im Vitaminschonverfahren
Wenn Sie Näheres darüber wissen wollen beraten wir Sie gerne – unter anderem wie man Organschäden (Innere Organe und orthopädischer Apparat) ernährungsmäßig vorbeugen und ihr Tier vital erhalten kann bzw. wie man über die Nahrung als Basis den Gesundungsprozeß wirklich verbessern kann.
Dr. Markus Kasper